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Farbstiftzeichnungen - Bühnenmodelle

© Rudolf Rischer
© Fotos & Text: Galerie Suppan Contemporary



Rudolf Rischer – Seelenräume
Farbstiftzeichnungen


Voll von symbolischen Gehalten, die uns als Betrachter in die Tiefen und Untiefen der Seele führen, sind die 19, teils monumentalen Farbstiftzeichnungen des international renommierten Bühnenbildners Rudolf Rischer, welche erstmals durch die Galerie Suppan Contemporary öffentlich präsentiert werden.
Rischer visualisierte gekonnt durch Manipulation von Raum und Licht, durch hell und dunkel, immer wieder das theatrale Wechselspiel von Abwesenheit und
Präsenz, von Hier-Sein und Dort-Sein und damit die inneren und äußeren Dramen des Lebens. Die fünf originalen Bühnenmodelle von Produktionen an
europäischen Opern- und Theaterbetrieben, die in der Ausstellung zu sehen sind, demonstrieren eindrucksvoll Rischers Überlegungen der Dramaturgie mittels
Raum- und Lichtgestaltung. Raum und Licht, das waren auch schon immer Grundformen des Bildes. Der Raum als Metapher für das Sein und das Licht für das Erkennen. Logisch, dass Rischers szenographisches Repertoire auch in seinen feinen, fast malerischen Zeichnungen seine metaphysische Wirkung entfaltet.
Die meist fünfseitige Begrenzung des Theaterraumes, der Würfel der Handlung mit einer Öffnung für den Blick, wird in den Bildern zur Metapher des Bewusstseins. Sowie auf der Bühne Durchlässe und Treppen nach hinten, oben und unten führen an die Orte, die vor den Blicken des Betrachters geschützt sind, wo die Zahnräder der Inszenierung wirken, führen auch in seiner Zeichnung Durchgänge vom Ort der Präsenz zu dem, was dahinter liegt. Die Welt ist nicht linear und einheitlich.
Doch wohin führen all die anderen Wege? Was gibt es noch jenseits unserer Blicke?
Überzeugend setzt der Künstler ausdrucksstarke Schatten und Spiegelungen ein, deutet Öffnungen, Schwellen, Verließe und Fassaden an. Sowohl für die Bühne
als auch auf dem Zeichenblatt setzt er damit eine Erzählung ins Werk, ein Mobilisieren der Ahnung und der Phantasie, die den Betrachter durch die Ungewissheit der eröffneten Möglichkeiten, über das Fragen zu sich selbst, in sein Inneres führen. Katharsis, Seelenreinigung, nicht durch die Bühne, sondern auf dem Zeichenblatt. Präzise und ohne Umschweife erzeugt der Künstler dabei außerordentliche Atmosphären.
Bis vor drei Jahren war der Künstler ausschließlich dem dreidimensionalen Bühnenbild verpflichtet. Mit seiner Hinwendung zur mit Symbolkraft und Dramaturgie gestalteten Zeichnung hat Rudolf Rischer eine neue viel versprechende künstlerische Form für sich gefunden.


14. bis 28. 3. 2017
Di – Fr 11 – 18, Sa 11 -14
Habsburgergasse 5, 1010 Wien