20 Nächte, 20 Traumbilder stehen am Beginn von Loretta Stats (*1979) neuer Serie dreaming my dreams. Traumnotizen, in denen sie konsequent Fragmente ihrer in Erinnerung gebliebenen Träume unmittelbar nach dem Erwachen in Wort und Zeichnung festhielt, dienen als Inspirationsquelle für ihre gemalten Träume. Sie entwickelt dabei ein eigenes malerisches Vokabular, um psychische Spannungsfelder, Sinnliches, Sexualität und Obsessionen in virtuellen Farbräumen einer individuellen Introspektion umzusetzen. Der Bildraum erscheint als ein virtuelles Areal der Schwerelosigkeit, aufwendige Oberflächengestaltungen machen die Intensität mancher Traumbilder haptisch begreifbar. Der Malvorgang selbst eröffnet den virtuellen Erlebnisraum einer metaphysischen autobiographischen Reflexion. Die neue Serie erscheint auch beeinflusst durch die Gedankenwelt Marcel Prousts in seinem Romanzyklus À la recherche du temps perdu. Demnach werden Erinnerungen oft ausgelöst durch einen im Unterbewusstsein gespeicherten bestimmten Geruch oder Geschmack, um in den Träumen Gestalt anzunehmen. Das Unbewusste gleicht einem unendlichen Reservoir, in dem Erlebnisse, Empfindungen, Sinneswahrnehmungen aufbewahrt werden, die in den Traumbildern von Loretta Stats wiederkehren.