Nach seiner ersten Personale 2007 mit dem Titel Double world bietet die Ausstellung simulations nun einen Einblick in die spannende Entwicklung des shooting stars der jungen Szene des 21. Jahrhunderts. Auf dem Gebiet der Malerei, Fotografie, Skulptur und Installation erforscht Alex Kiessling den Wandel des Bewusstseins im Zeitalter des Cyber Space. Nicht nur exzessive Internet Nutzer faszinieren seine teilweise beklemmenden, erstaunlichen, in aufwändiger Feinmalerei wiedergegebenen Bildvisionen. Der Absolvent der Angewandten verleiht dem Realitätsbegriff in seiner Malerei eine neue Dimension, indem er konsequent die Grenzen zwischen Imagination, Traum und den virtuellen Welten des Cyber Space erforscht. Im Zentrum der Ausstellung steht das drei Meter hohe Triptychon status:away und eine Rauminstallation mit der Figur eines im Raum schwebenden menschengroßen Aktes mit dem gleichen Titel, welche sich beide mit der multiplen Identität der user von avataren auseinandersetzen. (Der Begriff des avatars umschreibt künstliche Identitäten, mittels derer ein Spieler im Cyber Space agiert.) Status: away symbolisiert den Zustand der Passivität im interaktiven Netzspiel. Generell geht es Kiessling um Fremdbestimmung und Identität in der heutigen Mediengesellschaft. Die zentrale Figur des Schwimmers als Sinnbild für das Absurde in der menschlichen Existenz fungiert als Platzhalter für den Menschen per se. (Kiessling)
Die mittlerweile komplexe Bildwelt des Künstlers beeindruckt durch die Stringenz ihrer hyperrealistischen Formulierungen, welche Zeitphänomene wie Urbanisierung, Technisierung und damit einhergehende soziale Phänomene auf visuell eindringliche Weise vergegenwärtigt. Die dabei entwickelte eigene Semantik basiert auf der Methode des Samplings eines Prototyps und seiner Variation innerhalb der Serie. Die multidimensionale Spiegelung des visuellen Grundvokabulars in verschiedenen Realitätsebenen ist im Begriff simulations zusammengefasst.