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Sabrina Horak vertritt eine singuläre Position zwischen Skulptur, Malerei und Fotografie. Ihr Sujet sind Menschenmassen, wie sie in den internationalen shopping malls als globales Phänomen auftreten. Die Megacities Japans, wo sie zwei Jahre an der University of Art and Design in Tokyo Malerei studierte, boten Anschauungsmaterial. Ausgangspunkt ihrer Gestaltung ist der fokussierte Blick durch die Kamera. Die solchermaßen mediatisierte Erfahrung der Stadt und ihrer Bewohner transponiert Sabrina Horak in das Medium der Skulptur, um die Einzelfigur in ihrer Individualität neu zu definieren. Die postmoderne Visualität der mediatisierten, zweidimensionalen Bildwelt transformiert sie in die singuläre Form der dreidimensionalen, figuralen Gestaltung. Der soziologische und anthropologische Blickwinkel als Fotografin weicht in der künstlerischen Ausarbeitung einer individuellen Auseinandersetzung mit der Masse als Ansammlung von Leuten mit individuellen Erfahrungen, Wünschen und Träumen.
In diesem Prozess der Transformation behält sie verschiedene Elemente des zweidimensionalen, fotografischen Mediums bei: Die in geringem Abstand zur Wand montierten Figuren sind in ihrer Silhouette bildhaft, Ausschnitte aus größeren (nicht sichtbaren) Gruppierungen, als Körper werfen sie jedoch Schatten.
Das Retardierende der manuellen künstlerischen Bearbeitung wird vom Betrachter als intensives und spannendes Schauerlebnis nachvollzogen. Jeder Einzelfigur, die sie mit der Säge aus Holzplatten formt und bemalt, widmet sie allergrößte Aufmerksamkeit, um sie mit ihrer persönlichen Geschichte aufzuladen (Sabrina Horak). Betrachtet man diese Figuren näher, was dem Zoom-Vorgang in der Kamera entspricht, kann man feststellen, dass keine der anderen gleicht, alle aber in ihrer charakteristischen Bewegung, der Alltagskleidung, am Weg zum Arbeitsplatz oder beim Einkaufsbummel, plaudernd, essend, oder telefonierend, wie in der Endlosschleife einer Webcam auf den belebten Plätzen der Weltstädte von der Künstlerin bis ins Detail beschrieben werden.
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